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  • Bad Kösen

Das Gradierwerk in Bad Kösen

Das 320m lange Gradierwerk in Bad Kösen ist eine ursprünglich zur Salzgewinnung dienende Holzkonstruktion, in der dicke Schichten von Schwarzdornreisig lagern. Salz war seinerzeit ein seltenes und wertvolles Handelsgut, welches wesentlich zur wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt beitrug. Das 1779 errichtete Gradierwerk erhöhte die Salzkonzentration in der geförderten Sole auf ein Niveau, bei dem sich die Siedesalzgewinnung rentiert hat. Dank dem örtlichen Förderverein befindet sich die gesamte Anlage noch heute in einem voll funktionsfähigen Zustand, inklusive Soleschacht, Kunstgestänge und Wasserrad.

 

Funktionsweise des Gradierwerkes

Die im Borlachtschacht geförderte Sole wurde in mehreren Stufen von der Spitze des Gradierwerkes befördert und dort über den Reisig herabtröpfeln gelassen. Durch die Vergrößerung der Oberfläche konnte das Wasser besonders leicht verdunsten, wodurch sich die Salzkonzentration in der Sole allmählich von 5 auf 20% erhöhte - ausreichend für die effektive Gewinnung von Siedesalz. Mit dem Aufkommen der Steinsalzgewinnung durch Bergbau verlor die Siedesalzgewinnung ihre wirtschaftliche Bedeutung. Zur Salzgewinnung wird das Gradierwerk deswegen heute nicht mehr verwendet, stattdessen dient es als Sehenswürdigkeit und zur Verbesserung der Luftqualität im Kurort.

 

Seeluft hausgemacht

Die Luft in der Nähe eines Gradierwerkes wird durch den Gradierungsprozess intensiv gereinigt (die Wassertröpfchen binden Luftpartikel) und mit Salz angereichert, so dass eine Luft entsteht, die ähnlich wie in Seebadeorten besonders sauber und salzhaltig ist. Die Freiluftinhalation dieser Luft lindert unter anderem Beschwerden bei Asthma und Allergien und reinigt die Atemwegsorgane intensiv von Sekreten und Bakterien. Von Ärzten werden deswegen häufig längere Kuraufenthalte in Orten mit solchen Anlagen verschrieben.